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Hoffnung auf vier Pfoten

Wie Tiere in schweren Zeiten Trost spenden

Manchmal braucht es keine Worte, um sich verstanden zu fühlen. Ein Blick, das leise Schnurren einer Katze oder das sanfte Anlehnen eines Hundes können genau das bewirken: Trost spenden, Ruhe bringen und ein Gefühl von Verbundenheit schaffen. Tiere begegnen uns ohne Vorurteile, reagieren intuitiv und sind einfach da – gerade in Momenten, in denen vieles schwerfällt. Durch tiergestützte Interventionen wird diese besondere Verbindung zwischen Mensch und Tier gezielt genutzt, um Heilungsprozesse zu unterstützen und das Wohlbefinden zu steigern.

Tiergestützte Interventionen in der Arbeit mit Patient*innen

Wenn ein Tier den Raum betritt, verändert sich die Atmosphäre. Es entsteht ein Moment der Leichtigkeit, der Verbindung – und manchmal auch des Loslassens. Welche Möglichkeiten aber hat man, Tiere in der Arbeit mit Patient*innen gezielt einzusetzen? Die tiergestützte Therapie ist eine unterstützende Behandlungsform, bei der speziell ausgebildete Tiere gezielt in therapeutische Prozesse eingebunden werden. Sie begleiten Patient*innen in medizinischen, pflegerischen oder psychosozialen Kontexten und fördern durch ihre Anwesenheit emotionale Stabilität, soziale Interaktion und körperliche Aktivität.

Neben der gezielten therapeutischen Einbindung gibt es auch tiergestützte Aktivitäten als ergänzendes Angebot. Diese sind nicht Teil einer spezifischen Therapieplanung, sondern dienen vor allem dazu, das Wohlbefinden, die Motivation und die Lebensqualität von Menschen zu steigern. Wie vielfältig solche tiergestützten Interventionen sein können, zeigen die Erfahrungen aus den verschiedenen Häusern der Elisabethinen.

Im Wiener Franziskus Spital ist die Wirkung spürbar: Logopäde Christian Hofstetter verweist auf viel positive Faktoren, wie beispielsweise eine stabilere Gemütslage und verbesserte Vitalfunktionen. „Tiergestützte Therapie kann dabei unterstützen den pulmonalen Druck zu senken, den Hormonhaushalt zu regulieren und das emotionale Wohlbefinden deutlich zu steigern“, so Hofstetter. So bringt der italienische Wasserhund Osamu daher jeden Dienstag Entspannung und Freude auf die Palliativstation.

In Graz wiederum begleiten Faye und Hermes Patient*innen in der Psychiatrie und im Hospizbereich. Gemeinsam mit klinischer Psychologin Mag.a Sonja Kriebernegg-Kargl fördern sie gezielt emotionale, kognitive und motorische Fähigkeiten. Dabei geht es nicht nur um Streicheleinheiten, sondern um therapeutisch fundierte Arbeit: Übungen zur Wahrnehmung, Gespräche in belastenden Situationen oder einfach das stille Dasein eines Hundes, das Sicherheit vermittelt. „Durch den Hund entstehen oftmals ganz andere Gespräche, als würde ich alleine kommen“, sagt Kriebernegg-Kargl.

Gerade in einem Umfeld, das von Routinen und medizinischen Standards geprägt ist, wirkt der Einsatz von Tieren zunächst möglicherweise ungewöhnlich. Doch wer sich darauf einlässt, erlebt oft Überraschendes: ein Lächeln, das zurückkehrt, ein Gespräch, das plötzlich möglich wird, oder ein Moment der Ruhe mitten im Sturm. Denn manchmal braucht Hoffnung neue Wege. Und manchmal liegt sie genau dort, wo man sie nicht erwartet – in der Begegnung mit einem Tier. Tiergestützte Therapie ist ein Beispiel dafür, wie das Unkonventionelle Raum bekommt und sich als wirksam erweist. Sie fordert Offenheit, Vertrauen und den Mut, auch das Ungewohnte zuzulassen.

Denn Zukunft entsteht nicht nur durch Technik und Fortschritt, sondern auch durch Nähe, Empathie und den Blick für das Wesentliche.

A. LEEB

Tierische Unterstützung bei den Elisabethinen

Ordensklinikum Linz, Elisabethinen

Therapiehund Beetle begleitet Gruppentherapien auf der Akutgeriatrie. Gemeinsam mit Physiotherapeutin Maria Dobersberger motiviert er Patient*innen zu spielerischen Übungen, die Selbstvertrauen und Beweglichkeit fördern.

St. Barbara Hospiz Linz

Im St. Barbara Hospiz in Linz werden Labradorhündin Kira (derzeit in Ausbildung) und Sozialarbeiterin Stephanie Raffezeder bald als zertifiziertes Therapiebegleithundeteam im Einsatz sein. Ziel ist es, Verbindung zu den Menschen zu schaffen, für Ablenkung zu sorgen und ihnen durch Kiras fröhliches Wesen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Franziskus Spital Wien, Palliativstation Landstraße

Der italienische Wasserhund Osamu besucht jeden Dienstag gemeinsam mit seinem Frauchen Natascha die Station. Die Patient*innen erwarten ihn sehnsüchtig – denn er bringt Entspannung, Freude und ein Lächeln in den Tag.

Elisabethinen Graz

Die Therapiehunde Faye und Hermes begleiten Patient*innen im Palliativbereich, in der Psychiatrie und Psychotherapie. Gemeinsam mit Psychologin Sonja Kriebernegg-Kargl fördern sie gezielt emotionale, kognitive und motorische Fähigkeiten – und schaffen Räume für Begegnung, Heilung und Hoffnung.

Tiergestützte Therapie vs. Tiergestützte Aktivitäten

Tiergestützte Therapie ist immer eine zielgerichtete, geplante und dokumentierte Intervention, bei der Tiere eingesetzt werden, um therapeutische Ziele zu erreichen. Sie wird von Fachkräften mit therapeutischer, psychologischer, medizinischer oder pädagogischer Ausbildung durchgeführt. Demgegenüber stehen die tiergestützten Aktivitäten, die das Wohlbefinden, die Motivation oder soziale Kontakte fördern, ohne eine therapeutische Zielsetzung im engeren Sinne zu verfolgen. Beides fällt unter den Begriff „Tiergestützte Interventionen“.


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