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Die Brücke nach Hause

Übergangspflege

Ein unerwarteter Krankenhausaufenthalt verändert vieles. Plötzlich steht das eigene Leben still, Routinen brechen weg, und die Frage drängt sich auf: Wie geht es weiter? Besonders ältere Menschen erleben nach Operationen oder Erkrankungen eine Phase der Unsicherheit. Werden die Kräfte reichen, um den Alltag wieder alleine zu meistern? Ist ein selbstbestimmtes Leben im eigenen Zuhause noch möglich? Genau hier setzt die Übergangspflege an – als Ort der Erholung, der Begleitung und vor allem als Quelle neuer Kraft und Hoffnung.

Einrichtungen der Übergangspflege sind dafür wertvolle Orte: Sie bieten Patient*innen die Möglichkeit, nach dem Krankenhaus nicht sofort nach Hause zu müssen, sondern in eine Einrichtung zu wechseln, die auf die Übergangszeit vom Krankenhaus in das eigene Zuhause spezialisiert ist. Dort erhalten sie professionelle Pflege, therapeutische Unterstützung und die nötige medizinische Betreuung, um Schritt für Schritt wieder in den Alltag hineinzuwachsen. Dieser geschützte Rahmen eröffnet Chancen: Muskeln können wieder aufgebaut, Bewegungen trainiert, Alltagsfähigkeiten neu erlernt und damit einhergehend auch wieder Selbstvertrauen aufgebaut werden.

Ein Raum zum Kraftschöpfen

Eine Einrichtung, in der betroffene Menschen all diese Möglichkeiten finden, ist die St. Elisabeth Pflege in Wien Mitte. Hier wird das Angebot der Übergangspflege konkret gelebt – ein Ort, an dem Hoffnung spürbar wird und Genesung Schritt für Schritt voranschreitet. Die Überleitungspflege St. Elisabeth widmet sich Menschen, die vor einem Akutereignis – etwa einer schweren Infektionserkrankung, einer Operation, belastenden Therapien oder einem Schlaganfall – noch mobil und zu Hause leben konnten. Nach einem solchen Ereignis ist eine sofortige Rückkehr nach Hause oft nicht möglich. Auch eine Reha oder eine Remobilisationsstation kommt zu diesem Zeitpunkt meist noch nicht infrage, weil die Betroffenen körperlich zu geschwächt sind. Um eine voreilige Aufnahme in die Langzeitpflege zu vermeiden, setzt hier die Überleitungspflege St. Elisabeth an: Das Team baut die Betroffenen langsam wieder auf, remobilisiert sie behutsam und schafft so die Grundlage, dass anschließend eine Rückkehr nach Hause oder eine Rehabilitationsmaßnahme möglich wird. Dass sich dieser Weg lohnt, zeigen ein drucksvolle Zahlen: Mehr als die Hälfte der durchschnittlich 75-jährigen Bewohner*innen kann nach der St. Elisabeth Übergangspflege wieder nach Hause zurückkehren. Auch die medizinisch messbaren Fortschritte sind bemerkenswert: 79 Prozent der Bewohner*innen verbessern ihre motorischen Fähigkeiten des täglichen Lebens (gemessen mit dem Barthel-Index) deutlich. Das bedeutet, dass sie wieder eigenständig essen, sich ankleiden, aufstehen oder zur Toilette gehen können. Jeder dieser Schritte ist ein Stück mehr Selbstständigkeit und zurückgewonnene Freiheit.

„Positiv bleiben – das ist mein Lebensmotto“

Dies sagt Helga Mrazek, Bewohnerin der St. Elisabeth Übergangspflege. Nach einer belastenden Chemoimmuntherapie suchte die Wienerin Unterstützung, um wieder zu Kräften zu kommen. Ihre Tochter stieß bei der Suche nach einer passenden Einrichtung auf die Übergangspflege St. Elisabeth. „Ich habe mich von Anfang an gut aufgehoben gefühlt. Alle waren sehr nett und freundlich“, erzählt Frau Mrazek. Durch gezielte pflegerische Betreuung, individuell angepasste Bewegungseinheiten und eine achtsame Begleitung im Alltag kann sie ihre körperliche Kraft schrittweise wieder aufbauen. Besonders schätzt sie den gepflegten Garten und die Möglichkeit, sich entsprechend ihrer Kräfte aktiv zu betätigen. „Es hat sich alles wahnsinnig gebessert, seit ich hier bin“, berichtet sie zufrieden. Auch der respektvolle Umgang im Haus ist ihr wichtig: „Man sollte ältere Menschen schätzen und nicht vergessen, dass sie einmal jung waren und viel geleistet haben.“ Mit Unterstützung des Teams bereitet sich Frau Mrazek nun auf den nächsten Schritt vor – den Umzug ins betreute Wohnen. Ihr Fazit fällt klar aus: „Ich habe hier sehr gute Erfahrungen gemacht und kann die Übergangspflege St. Elisabeth nur weiterempfehlen.“

Hoffnung als Wegweiser

Die Übergangspflege zeigt, dass Heilung nicht nur eine Frage der Medizin ist. Es geht um das Vertrauen in die eigene Zukunft, um den Mut, sich kleine Ziele zu setzen, und um die Freude, wenn man sie erreicht. Hoffnung entsteht nicht abstrakt, sondern ganz konkret: im ersten selbst gemachten Frühstück, im eigenständigen Zubinden der Schuhe, im Spaziergang durch den Garten. Übergangspflege bedeutet jedoch nicht nur Training und Therapie. Sie schenkt auch emotionale Sicherheit. In Gemeinschaft mit anderen Betroffenen zu erleben, dass Fortschritte möglich sind, motiviert. Gespräche mit Pflegekräften geben Zuversicht, und die Ermutigung, auch Rückschläge als Teil des Weges zu akzeptieren, stärkt das Vertrauen in die eigene Zukunft. Hoffnung zeigt sich dabei in vielen kleinen Gesten: im gemeinsamen Lachen, im Anstoßen mit einer Tasse Kaffee oder in der Freude, nach Tagen wieder selbstständig die Zeitung zu lesen. Übergangspflege zeigt, dass Zukunft offenbleiben kann, auch wenn die Gegenwart voller Fragen ist. Die Rückkehr nach Hause, die Wiedergewinnung von Eigenständigkeit und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sind erreichbare Ziele.

E. BLOHBERGER


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