
Wenn Generationen gemeinschaftlich wohnen
Wenn Generationen gemeinschaftlich wohnen
Hoffnung, das ist mehr als ein Gefühl. Es ist eine Haltung, die uns in Zeiten des Umbruchs und der Unsicherheit trägt. Auch bei zunehmender Vereinsamung kann Hoffnung neu entstehen – durch gelebte Gemeinschaft. Nähe und Austausch sowie den Alltag gemeinsam gestalten: Das sind Kraftquellen, die sich lohnen. Viele erleben Einsamkeit als belastend – ältere Menschen ebenso wie junge Erwachsene. Was in anderen Ländern wie Großbritannien oder Japan bereits mit einem eigens gegründeten Einsamkeitsministerium beantwortet wird, braucht bei uns Initiativen.
Hier helfen scheinbar kleine Begegnungen: ein spontanes Gespräch auf einer Parkbank, ein gemeinsames Lachen im Treppenhaus oder ein Plausch im Café. Sie vertiefen unsere Verbindungen. Die Hoffnung kehrt zurück, wenn wir spüren, dass wir nicht allein sind. Generationenübergreifendes Wohnen kann so ein nachhaltiger Hoffnungsträger sein. Wenn Jung und Alt miteinander in einem Haus leben, entsteht ein lebendiger Alltag und generationenübergreifender Austausch, von dem beide Seiten profitieren.
Gelebte Nähe und Vielfalt im Generationenwohnen der Elisabethinen
Seit fünf Jahren findet dieses Wohnkonzept im Generationenwohnen der Elisabethinen in Linz großen Anklang: Es ist ein Zuhause für gelebtes Miteinander, für Geschichten und Begegnungen, die den Alltag bereichern. Ein Beispiel dafür, wie gemeinschaftliches Wohnen über Generationen hinweg gestaltet werden kann. In ruhiger Lage, umgeben vom Elisabethgarten, leben hier Menschen verschiedener Altersgruppen unter einem Dach. Studierende teilen sich Wohngemeinschaften, Familien bewohnen großzügige Mietwohnungen, und ältere Bewohner*innen genießen die Vorteile betreubaren Wohnens. Von Beginn an war die Idee, unterschiedliche Generationen bewusst zusammenzubringen: junge Erwachsene am Anfang ihres Berufslebens, Familien und ältere Menschen, die ihre Selbstständigkeit bewahren möchten.
Als die ersten Bewohner*innen 2020 mitten in der Corona-Pandemie einzogen, war noch nicht abzusehen, wie sich das Haus entwickeln würde. Heute zeigt sich: Hier ist eine lebendige Gemeinschaft entstanden, die einander trägt und inspiriert. In den gemeinschaftlich genutzten Bereichen wie dem Elisabethgarten oder der Lisl Lounge hat sich in diesen Jahren ein lebendiges Miteinander entwickelt, das Nähe und Zusammenhalt spürbar macht. „Vor allem sind es die kleinen Wunder des Alltags, kostbare Augenblicke, die man nicht planen kann, die aber unsere Herzen berührten und immer wieder berühren! Dazu gehört zum Beispiel auch, wenn die Kinder mit leuchtenden Augen im Garten den Seifenblasen nachlaufen oder in die Lisl-Lounge hereinwinken, wenn junge und ältere Bewohnerinnen und Bewohner sich mit persönlichem Engagement in die Hausgemeinschaft einbringen und die anderen zum Mitmachen animieren, wenn Menschen, darunter auch Dienstleisterinnen und Dienstleister, gerne in unser Haus kommen und nicht einfach nur hereingehen, sondern sich Zeit nehmen zu Gesprächen“, so Sr. Luzia Reiter, Hausleiterin des Generationenwohnens. Ob ein kreativer Nachmittag mit Pinsel und Farbe, gemeinsames Palmbuschenbinden in der Fastenzeit oder das Bemalen von Eierbechern zu Ostern – bei solchen Gelegenheiten sitzen Groß und Klein zusammen, erzählen, lachen, gestalten. Es gibt gemeinsame Ausflüge ins Grüne, ein Grillfest im Elisabethgarten, spirituelle Angebote oder gemütliche Konzertabende vom Ort der Begegnung, dem Kulturtreffpunkt der Elisabethinen Linz. Auch Tanz- und Bewegungsangebote, Vorträge über Ernährung, Gesundheit oder neue Themen wie künstliche Intelligenz stehen regelmäßig auf dem Programm. Und nicht zu vergessen die kleinen Freuden des Alltags: eine Spielerunde in der Lisl Lounge oder einfach ein Kaffeekränzchen am Nachmittag. Diese Aktivitäten verbinden – über Alter, Herkunft und Lebenssituation hinweg.
So hat sich das Generationenwohnen in den vergangenen fünf Jahren zu einem Ort entwickelt, der Wohnen und Miteinander verbindet und erfahrbar macht, wie generationenübergreifendes Leben Hoffnung für die Zukunft schenken kann: durch Alltag, Begegnung, Vielfalt und direkte Unterstützung.
E. BLOHBERGER
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